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UWZ - Unwetter Kärnten

Aktuelle Unwetterwarnungen für Kärnten

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Wasserbezugsstellen für das Einsatzgebiet

Abhängige Löschwasserversorgung

Aus dem öffentlichen Wassernetz wird von der Feuerwehr Löschwasser durch Überflurhydranten oder durch ein Standrohr an einem Unterflurhydranten entnommen, zur Feuerlöschpumpe geleitet und von dort weitergefördert. Die zu gewinnende Wassermenge ist von der Leistung der Leitungen (Durchmesser/Druck) abhängig. Die Abstände zwischen den Hydranten richten sich nach der Art der Bebauung. Ungefähre Richtwerte sind:

  • Geschäftsstraßen und Industriegebiete: 100 m
  • Geschlossene Wohngebiete: 120 m
  • Offene Wohngebiete: 140 m

Die von der Feuerwehr zu erwartende Wassermenge, die ein Hydrant liefern kann, hängt vom Durchmesser und dem Wasserdruck der Wasserleitung, sowie von der Verlegung der Wasserleitungen (Ringleitung oder Verästelungs-/Stichleitung) ab. Als Richtwert kann bei Unterflurhydranten von einer Ergiebigkeit von Durchmesser × 10 l/min, bei Überflurhydranten von Durchmesser × 12 l/min ausgegangen werden, wobei der Durchmesser in mm angegeben wird.

In Österreich ist die Löschwasserversorgung wie der gesamte Brandschutz durch Landesvorschriften geregelt. Empfehlungen gibt aber die ÖBFV-RL VB01.

Unabhängige Löschwasserversorgung

Ist es durch die abhängige Löschwasserversorgung nicht möglich, eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen, können Löschwasserentnahmestellen an vorhandenen Fließ- oder Stillgewässern durch die Gemeinde eingerichtet werden, oder Löschwasservorräte in speziell angelegten Bassins Teichen oder Zisternen bereitgestellt werden. Das Wasser wird mit Hilfe von Pumpen und einer Saugleitung aus einem offenen Gewässer entnommen. Unter Umständen muss das Wasser dafür auch angestaut werden. Wasser aus diesen Entnahmestellen hat den Nachteil, dass es sich beispielsweise weniger gut zur Bildung von Löschschaum eignet. Man benötigt mehr Schaummittel und die Qualität des erzeugten Schaums ist unter Umständen schlechter.

Das Entnehmen von Wasser aus einem Gewässer zur Brandbekämpfung bedarf als Benutzung zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für die öffentliche Sicherheit keiner wasserrechtlichen Erlaubnis. Dies gilt jedoch nicht für das Befüllen von Löschwassertanks oder -teichen zur Schaffung einer Löschwasserreserve vor Eintritt eines Brandes oder für die Entnahme bei Übungen.

Da diese Wasserentnahmestellen möglicherweise nur einen begrenzten Vorrat an Löschwasser liefern können, werden sie in erschöpfliche und unerschöpfliche Löschwasserentnahmestellen eingeteilt.

Erschöpfliche Löschwasserstellen

Erschöpfliche Löschwasserstellen haben nur einen begrenzten Wasservorrat. Dies können zum einen Löschwasserteiche sein, oder spezielle unterirdische Löschwasserbehälter (Bassins/Zisternen). Bassins bzw. Zisternen werden nach ihrer Größe in „klein“ (75–150 m³), „mittel (150–300 m³)“ und „groß“ (>300 m³) eingeteilt.

Auch Staustufen in Bächen, deren Zulauf nicht so groß ist, zählen zu den erschöpflichen Wasserstellen.

Unerschöpfliche Löschwasserstellen

Unerschöpfliche Löschwasserstellen liefern über einen längeren Zeitraum eine ausreichende Menge an Löschwasser. Zu ihnen zählen natürliche oder künstlich angelegte Wasserentnahmestellen an offenen Gewässern (Saugstellen), wie Flüssen, Bächen oder Seen, sofern sie zu jeder Jahreszeit die Wasserentnahme garantieren, also im Sommer nicht austrocknen und im Winter nicht einfrieren. Auch die Entnahme aus dem Grundwasser kann über spezielle Löschwasserbrunnen erfolgen, hier ermöglicht das nachfließende Grundwasser eine länger andauernde Wasserentnahme.

Geschichte

Die ersten von Menschen geschaffenen Löscheinrichtungen waren Brunnen. Die meist verbreitete Version dieser ist der Ziehbrunnen welcher nicht selten im Erdreich oder im Gestein angelegt wurde.

Ziehbrunnen sind seit der frühen Jungsteinzeit nachgewiesen. Damals waren es noch urtümliche Schächte, die im Erdreich durch Holzkonstruktionen stabilisiert wurden. Solche Schöpfeinrichtungen dienen zur Erleichterung der Wasserbeschaffung, insbesondere beim Tränken von Viehherden. Ein bekanntes Beispiel sind die Brunnen der Puszta, die es so im gesamten Steppengürtel Eurasiens weit verbreitet sind. Neben dem Einsatz der Hebelwirkung über den Schwingbaum, an dem Gegengewichte die Arbeit erleichtern, sind Räder, Seile und Zugtiere (Büffel, Esel, Kamele) im Einsatz um das Wasser zu fördern. Dagegen sind die in Mitteleuropa gebräuchlichen Ziehvorrichtungen weniger effektiv: Dabei wurde ein Zugseil auf einem verhältnismäßig kleinen Rundholz aufgewickelt oder über eine Umlenkrolle gezogen, die an einem zweischläfrigen Galgen aufgehängt war (Galgenbrunnen).

Durch Benutzung der Wasserleitung verloren die Schöpfbrunnen, die oft einzige Trinkwasserquellen waren, ihre Bedeutung. Diese Brunnen dienten auch der Brandbekämpfung. Das größte Löschwasserreservoir war aber meist ein Löschwasserteich. Durch das Vorhandensein der Wasserleitung konnte die Brandbekämpfung über die Wasserentnahme aus Hydranten wesentlich schneller und mit geringerem Aufwand vorgenommen werden